Angaben für die Online-Bewertung

Eine Online-Immobilienbewertung ist in wenigen Minuten erledigt – vorausgesetzt, man hat die richtigen Angaben zur Hand. Denn so praktisch und schnell diese Tools auch sind: Das Ergebnis ist nur so verlässlich wie die eingegebenen Daten. Wer ungenaue oder unvollständige Angaben macht, erhält einen Richtwert, der die Realität möglicherweise nicht korrekt widerspiegelt. Wer sich gut vorbereitet, bekommt dagegen eine Einschätzung, der er tatsächlich vertrauen kann. Dieser Text erklärt, welche Angaben für eine Online-Bewertung typischerweise benötigt werden – und warum jede einzelne davon relevant ist.

Die Grundangaben: Objekttyp und Lage

Bevor es an die Details geht, werden zwei grundlegende Informationen abgefragt: der Typ der Liegenschaft und ihre genaue Adresse. Diese beiden Angaben bestimmen den Rahmen der gesamten Bewertung.

Beim Objekttyp wird unterschieden zwischen Einfamilienhaus, Eigentumswohnung, Mehrfamilienhaus und weiteren Kategorien. Die Wahl des Objekttyps beeinflusst, welche weiteren Fragen gestellt werden – denn eine Eigentumswohnung und ein freistehendes Einfamilienhaus werden nach unterschiedlichen Kriterien bewertet.

Die Adresse ist mindestens ebenso wichtig. Anhand der genauen Lage kann das Bewertungssystem die Mikro- und Makrolage analysieren, regionale Marktdaten einbeziehen und das Objekt mit vergleichbaren Transaktionen in der Umgebung abgleichen. Eine ungenaue Adresseingabe verfälscht diesen Schritt – und damit das gesamte Ergebnis.

Fläche und Zimmerzahl

Zu den ersten abgefragten Objektdaten gehören Fläche und Zimmerzahl. In der Schweiz wird die Fläche üblicherweise in Quadratmetern angegeben – und es lohnt sich, den Unterschied zwischen Wohnfläche und Nutzfläche zu kennen. Die Wohnfläche umfasst die eigentlichen Wohnräume, während die Nutzfläche zusätzliche Bereiche wie Keller oder Nebenräume einschliessen kann. Bewertungstools fragen in der Regel nach der Wohnfläche – wer hier die Nutzfläche angibt, erhält einen zu hohen Richtwert.

Die Zimmerzahl wird in der Schweiz traditionell in halben Einheiten angegeben. Eine Wohnung mit drei Schlafzimmern, einem Wohnzimmer und einer Küche hat demnach 4.5 Zimmer. Wer unsicher ist, wie die Zimmer korrekt gezählt werden, sollte sich an der gängigen Schweizer Praxis orientieren: Küche, Wohnzimmer und Schlafzimmer zählen als ganze Zimmer, Nasszellen in der Regel nicht.

Baujahr und Renovationsstand

Das Baujahr ist einer der wichtigsten Einflussfaktoren auf den Marktwert – und gleichzeitig einer der am häufigsten falsch angegebenen. Wer das genaue Baujahr nicht kennt, kann es meist über den Grundbuchauszug oder ältere Unterlagen zur Liegenschaft in Erfahrung bringen. Eine grobe Schätzung reicht nicht aus, wenn man ein verlässliches Ergebnis erwartet.

Ebenso wichtig ist der Renovationsstand. Hier wird in der Regel abgefragt, ob – und wann – grössere Sanierungen oder Renovationen durchgeführt wurden. Eine Liegenschaft aus dem Jahr 1968, die in den letzten Jahren umfassend saniert wurde, ist am Markt deutlich anders positioniert als ein unberührtes Objekt desselben Jahrgangs. Wer diesen Unterschied in der Eingabe nicht abbildet, erhält ein verzerrtes Ergebnis.

Zustand und Ausbaustandard

Neben dem Baujahr wird der aktuelle Zustand der Liegenschaft abgefragt. Typische Kategorien sind: renovationsbedürftig, gepflegt oder neuwertig. Diese Einschätzung sollte möglichst objektiv erfolgen – was für den Eigentümer nach Jahren der Gewöhnung «gepflegt» wirkt, nehmen Käufer möglicherweise anders wahr.

Der Ausbaustandard beschreibt die Qualität der verbauten Materialien und der Installationen. Auch hier gibt es in der Regel drei Kategorien: einfach, mittel und gehoben. Ein gehobener Ausbaustandard – hochwertiger Bodenbelag, moderne Sanitäranlagen, hochwertige Küche – schlägt sich positiv auf den Richtwert nieder. Wer seinen Standard zu hoch einschätzt, riskiert einen überhöhten Richtwert, der beim späteren Verkauf nicht erreichbar ist.

Aussenräume und Zusatzangaben

Neben den Kerndaten zur Liegenschaft werden in vielen Tools auch Angaben zu Aussenräumen und Zusatzausstattungen abgefragt. Diese Details mögen auf den ersten Blick weniger wichtig wirken – können den Richtwert aber durchaus beeinflussen:

  • Garten: Grösse und Zustand des Aussenbereichs bei Einfamilienhäusern
  • Terrasse oder Balkon: Vorhanden oder nicht, und ungefähre Grösse
  • Garage oder Parkplatz: Einzel- oder Doppelgarage, Tiefgaragenplatz oder Aussenstellplatz
  • Keller oder Estrich: Vorhanden und nutzbar
  • Lift: Besonders relevant bei Mehrfamilienhäusern und bei höher gelegenen Wohnungen

Was beeinflusst den Immobilienwert? Neben Lage und Zustand sind es genau solche Zusatzmerkmale, die in der Summe einen erheblichen Unterschied machen können. Wer sie vollständig angibt, erhält eine präzisere Einschätzung.

Häufige Fehler bei der Dateneingabe

In der Praxis gibt es einige typische Fehlerquellen, die das Ergebnis einer Online-Bewertung verfälschen können. Dazu gehören die Verwechslung von Wohn- und Nutzfläche, eine zu optimistische Einschätzung des Ausbaustandards, das Vergessen von Renovationen oder die falsche Angabe der Zimmerzahl. Auch die Adresse wird gelegentlich ungenau eingegeben – zum Beispiel, wenn eine Liegenschaft an einer Strassenecke liegt und die falsche Strassenseite gewählt wird.

Diese Fehler sind leicht zu vermeiden, wenn man sich vor der Eingabe kurz die relevanten Unterlagen zur Hand legt: den Grundrissplan, allfällige Baupläne und Angaben aus früheren Bewertungen oder dem Kauf.

Gut vorbereitet für ein verlässliches Ergebnis

Eine Online-Bewertung ist kein komplizierter Prozess – aber ein präziser. Wer die richtigen Angaben macht, erhält eine Einschätzung, die als solide Grundlage für weitere Entscheidungen dient. Wer sich keine Mühe gibt, erhält eine Zahl, der er nicht vertrauen sollte.

Die ImmoSky AG stellt sicher, dass das kostenlose Online-Bewertungstool auf einer anerkannten Datenbasis beruht und die eingegebenen Angaben korrekt verarbeitet. Wer nach der Online-Schätzung eine noch genauere Einschätzung benötigt, kann jederzeit eine persönliche Expertenbewertung in Anspruch nehmen – unverbindlich und ohne versteckte Kosten.